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Deutsche Geschichte

Leseprobe

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Der kleine Friedrich wird groß

Der älteste Sohn des Soldatenkönigs verachtete die preußischen Tugenden. Dagegen liebte Friedrich die französische Lebensart, kleidete sich nach französischer Mode, las französische Bücher, spielte heimlich Flöte und lernte Latein. Sein Vater hielt das für Flausen und versuchte sie ihm mit strenger, ja harter Erziehung auszutreiben. Dabei setzte es oft Hiebe und Stockschläge.
Als Friedrich 18 Jahre alt war, wollte er aus dieser engen und strengen Welt ausbrechen und mit einem Freund nach Frankreich fliehen. Beide wurden erwischt und als Deserteure vor ein Kriegsgericht gestellt. Der Kronprinz wurde begnadigt, musste aber vom Fenster seiner Zelle aus mitansehen, wie sein bester Freund enthauptet wurde. Diese bitteren Erfahrungen veränderten den kultivierten, feinsinnigen und klassisch gebildeten jungen Friedrich sehr. Bald fügte er sich dem Willen seines Vaters, leistete in der Provinzialregierung von Küstrin eine Lehrzeit ab, übernahm danach die Führung eines Regiments und heiratete schließlich die Prinzessin, die sein Vater für ihn ausgesucht hatte.
Zusammen mit seiner Frau lebte Friedrich auf dem Schloss Rheinsberg in Brandenburg, wo er sich verstärkt mit Musik und Literatur beschäftigte. Er begann auch einen Briefwechsel mit dem französischen Philosophen Voltaire und schrieb ein Buch. Darin entwarf er das Bild eines pflichtbewussten und friedliebenden Fürsten, der Künste und Wissenschaften achtet und fördert
.
Als Friedrich mit 28 Jahren König wurde, hofften viele, nun werde ein Philosoph auf dem Thron sitzen und das Land in Frieden regieren. Doch diese Hoffnung wurde nur zum Teil erfüllt.

 

Wieder keine Revolution

Nach so vielen Umwälzungen, Kämpfen und Kriegen sehnten sich die Menschen nach Ruhe. Die große Mehrheit des Volkes nahm auch die Einschränkungen durch die Karlsbader Beschlüsse widerstandslos hin. Man zog sich von der Politik zurück, und wer es sich leisten konnte, widmete sich dem privaten Glück, das vor allem in einem behaglichen Familienleben bestand. Dazu gehörten Hausmusik und Spiele ebenso wie gemeinsame Spaziergänge und Ausflüge. Die revolutionären Gedanken überließ man wieder ganz den Dichtern, Denkern und Künstlern. Aber auch die besangen jetzt lieber die Natur und romantische Gefühle. Franz Schubert komponierte Am Brunnen vor dem Tore unddas Heideröslein. Eduard Mörike dichtete "Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte..." und Caspar David Friedrich malte seine Landschaftsbilder. Kurz: "Romantik" war angesagt.
Der Maler Carl Spitzweg hat das idyllisch- beschauliche Leben der Kleinstädter in vielen Bildern dargestellt. Später wurde diese Zeit etwas spöttisch das "Biedermeier" genannt. Der "deutsche Michel" als das Sinnbild des deutschen Bürgers tauchte hier zum ersten Mal auf: treuherzig, gemütlich, verschlafen und ziemlich naiv tappte er duch Zeitungen und Journale. Die biedermeierliche Iydlle währte allerdings nicht lange. Ohnehin war für die meisten Menschen das Leben auch in diesen Friedenszeiten nicht idyllisch. Sie mussten für ihr tägliches Brot schwer arbeiten und hatten kaum Muße für romantische Gefühle.
Und es gab immer noch Menschen, die nicht nur an ihr privates Glück dachten, sondern von einem Vaterland für all Deutschen träumten.

 

 

 

 

2018  Manfred Mai